INTERVIEW: Cristina Vlasin singt in 5 Sprachen

Cristina Vlasin wurde im Jahr 1980 in Bistrita, Rumänien geboren und lebt seit zwei Jahren in Madrid. Bereits im Kindesalter begann sie ihre musikalische Laufbahn und schloss im Jahr 2005 ihr Studium an der Musikakademie Gheorghe Dima in Cluj-Napoca, Rumänien ab. Sie arbeitete an der Seite der berühmten rumänischen Sängerin Anca Parghel und verwirklicht gegenwärtig verschiedene künstlerische Projekte in Rumänien und Spanien. 

Wann entdeckten Sie Ihr Interesse für die Musik? 
Bereits mit zwei Jahren habe ich angefangen zu singen. Ich besitze sogar noch eine Kassette, die zu jener Zeit aufgenommen wurde. Jedes Mal, wenn uns jemand besuchen kam, haben meine Eltern oder die Besucher mich aufgefordert zu singen. Sie wunderten sich, dass ein Kind, das gerade erst sprechen gelernt hat, singen kann. 

Welche Menschen haben Sie hinsichtlich Ihrer Musik besonders beeinflusst? 
Meine Familie hat mich immer sehr in meiner Musik unterstützt. Sie sind selber talentierte Sänger, jedoch haben sie nie vor Publikum gesungen. Viele Menschen haben mich hinsichtlich meiner Musik beeinflusst. Allerdings waren es keine rumänischen Künstler, sondern hauptsächlich ausländische wie z.B. Ella Fitzgerald, Diana Krall, Patricia Kaas und Nina Simone. 

Was für eine musikalische Ausbildung haben Sie genossen? 
Mit sieben Jahren habe ich angefangen Geige zu spielen und mit elf kam dann das Klavier hinzu. Mit fünfzehn Jahren habe ich das Geigespielen allerdings aufgegeben und mich an dem Liceul de Arte in Baia Mare auf den Gesang konzentriert. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte ich die Musikakademie Gheorghe Dima in Cluj-Napoca. Dort habe ich im Jahr 2005 mein Studium in Musikpädagogik abgeschlossen. 

Hatten Sie nach Beendigung Ihres Studiums eine Vorliebe für eine bestimmte Musikrichtung? 
Während meines Studiums habe ich hauptsächlich Klassische Musik gesungen. Gleichzeitig wuchs allerdings mein Interesse für Jazz. Jetzt singe ich auch hauptsächlich Jazz, was aber nicht heißt, dass ich mich nur darauf beschränke. Ich bin offen für jede Musikrichtung. Neben Jazz höre ich privat gerne Klassische Musik, besonders Geigenkonzerte. Außerdem höre ich Rock. 

Sie singen in verschiedenen Sprachen. Gibt es eine Sprache, in der Sie am liebsten singen? 
Nein, ich bevorzuge keine bestimmte Sprache für meinen Gesang. Ich singe in allen Sprachen, die ich spreche, gleich gerne, sei es englisch, portugiesisch, rumänisch, spanisch oder französisch. 
Wenn ich russisch könnte, würde ich auch auf Russisch singen. Mir gefällt der Klang dieser Sprache sehr. Während meines Studiums habe ich auch auf Deutsch gesungen. 

Was bedeutet Musik für Sie? 
Musik ist ein Lebensstil. Ohne Musik könnte ich nicht leben - sie bedeutet mir alles. Wenn ich die Möglichkeit hätte, mein Leben neu zu beginnen, würde ich mich wieder für die Musik entscheiden. 

Sie haben zusammen mit der verstorbenen rumänischen Sängerin Anca Parghel gearbeitet. Können Sie mir etwas über sie oder über die Zusammenarbeit mit ihr sagen? 
Ich habe Anca Parghel im Jahr 2007 kennen gelernt. Wir haben zusammen drei Konzerte in Bukarest unter dem Namen Placer de Tango gegeben. 
Ohne Zweifel war die Begegnung mit Anca Parghel die Begegnung meines Lebens. Sie war eine besondere Musikerin, eine Ausnahme. Sie war von einer vollkommenen Vielschichtigkeit. Von ihr habe ich innerhalb weniger Monate mehr gelernt als in den ganzen Jahren meiner Schul- und Universitätszeit. 

Welche Projekte haben Sie in letzter Zeit verwirklicht? 
Das aktuellste Projekt nennt sich Musica en Vivo und entstand in Zusammenarbeit mit Espacio Niram Bar & Lounge. Dort fanden bereits einige Konzerte statt, auch in Erinnerung an Anca Parghel. In Zukunft werde ich weiter mit Espacio Niram Bar & Lounge zusammenarbeiten. Es ist ein Projekt mit dem Namen Atelier Muzical geplant. 

Sie leben seit zwei Jahren in Spanien. Was unterscheidet das kulturelle Leben hier von dem in Rumänien, auch hinsichtlich Ihrer Musik? 
Ich habe den Eindruck, dass man in Spanien dem kulturellen und künstlerischen Leben einen höheren Stellenwert zuschreibt - sei es Fotografie, Malerei oder Musik. Für mich ist es hier allerdings schwieriger Instrumentalisten oder Gesangspartner zu finden. In Rumänien war das einfacher, weil ich dort umgeben war von Musikern. 

Beeinflusst die Tatsache, dass Sie in zwei Ländern und zwischen zwei Kulturen leben, Ihre Musik? 
Nein, eigentlich nicht. Ich singe viel Jazz und Jazz ist universal. Was ich damit sagen möchte ist, dass Jazz nicht an die rumänische oder spanische Kultur gebunden ist. Somit kann ich nicht sagen, dass diese Tatsache meine Musik beeinflusst. 

Was ist Ihr Traum hinsichtlich Ihrer Musik, ein Ziel, dass Sie sich gesetzt haben und welches noch auf Erfüllung wartet? 
Mein Traum war und ist es, zu singen. So kann ich sagen, dass sich mein Traum zu einem gewissen Teil bereits erfüllt hat. 



Kerstin Ahlers im Gespräch mit Cristina Vlasin 

* link: http://www.madridfuerdeutsche.com/

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